Ratgeber Ich habe was, was Sie nicht haben, und das sind Ihre Daten!

Ich habe was, was Sie nicht haben, und das sind Ihre Daten!

Sommerzeit ist Urlaubszeit – und leider auch Hauptsaison für verloren gegangene Dinge. Ob auf Festivals, Zugfahrten oder bei langen Wartezeiten am Flughafen, oft passiert es einfach im Trubel. Und oft sind es unsere elektronischen Begleiter, die uns abhandenkommen. 

Über die Hälfte aller Betroffenen schmerzt allerdings das Verschwinden von Handy, Notebook, Tablet und Co. weniger als der Verlust der darauf gespeicherten Daten. Und das aus gutem Grund: Viele davon sind vertraulich. Es ist ein fieses Gefühl zu wissen, dass unsere privaten Fotos, WhatsApp-Chats, Kontakte und der Zugang zum Facebook- und Mail-Account in die falschen Hände geraten. Denn wie bei einem Schlüssel kommt auch beim Verlust eines mobilen Endgerätes gleichzeitig ein Stück persönliche Sicherheit abhanden. Von unserer Privatsphäre ganz abgesehen.

Was aber, wenn nicht nur unsere eigenen Daten in Mitleidenschaft gezogen werden? 2011 verlor beispielsweise ein Mitarbeiter eines großen Energiekonzerns auf einer Geschäftsreise seinen Laptop. Darauf waren die persönlichen Daten von 13.000 Personen gespeichert: Namen, Adressen, Telefonnummern, Geburtsdaten und Sozialversicherungsnummern. Der Laptop war zwar passwortgeschützt, die Daten jedoch nicht verschlüsselt, sodass darauf zugegriffen werden konnte. Das Unternehmen sah sich deshalb gezwungen, die Betroffenen über die Preisgabe ihrer Daten zu informieren.

Im schlimmsten Falle kann ein solcher Vorfall schwerwiegende wirtschaftliche Schäden nach sich ziehen. Außerdem schaden derartige Nachrichten dem Image des Unternehmens, wodurch es massiv an Kunden und Umsätzen verlieren kann. Auch der Mitarbeiter muss ernsthafte Konsequenzen fürchten. Lässt er zum Beispiel Laptop, Tablet o.ä. im Café unbeaufsichtigt offen stehen, kann ihm ein fahrlässiger Umgang mit Firmendaten nachgesagt und er sogar gekündigt werden.

Wie können wir unsere Daten vor unerlaubtem Zugriff schützen?

Der Glaube, dass mobile Geräte durch Passwörter sicher sind, ist ein Irrtum. Im Internet finden sich immer wieder allerhand Tipps, wie Sie zum Beispiel den Sperrcode auf dem iPhone umgehen können. Und das Lockscreen-Sperrmuster auf Android-Geräten gilt schon lange als unsicher. Trotzdem sollte darauf nicht verzichtet werden. Aber Achtung: Zahlenkombinationen wie “1234” sind nicht gerade kreativ und kaum der Erstellung wert. Schließlich sollten Sie es Dritten nicht allzu einfach machen, an Ihre Daten zu gelangen.

Sehr wichtig ist es dagegen, Daten zu verschlüsseln. Zugriff auf Ordner hat dann nur die Person, die das genaue Passwort dafür kennt. Selbst einem Nutzer, der Administrator-Rechte erworben hat, können Sie so den Weg zu Ihren Daten versperren. Wie genau das funktioniert, lesen Sie hier: www.computerwoche.de

Es empfiehlt sich darüber hinaus, Login-Daten zu sämtlichen Konten nicht im Browser abzuspeichern. Denn hat sich jemand einmal Zugriff auf Ihr Gerät verschafft, kann er dies selbstverständlich auch mit Ihren Konten tun. Alternativ können Sie auch mit Schlüsselbund-Software arbeiten, die Ihre gesammelten Login-Daten mit einem Master-Passwort schützt. Und nochmal sei gesagt: Kreative Passwörter sind das A und O.

Ist Ihr Gerät weg, hilft nur noch eines: Den Verlust bei der Polizei und Ihrem Fundbüro melden. Auch kostenlose Onlineangebote vereinfachen mittlerweile das Suchen nach Verlorenem. So lassen sich beispielsweise beim Zentralen Fundbüro (www.zentralesfundbüro.de) tausende kommunale und private Fundbüros, aber auch die Fundsachen von Unternehmen auf einen Blick einsehen. Auch Verlust- und Suchmeldungen können hier kostenlos geschaltet werden. Registrieren Sie die Seriennummer oder IMEI Ihres Geräts und erschweren Sie den Weiterverkauf der Hehlerware. Gegebenenfalls sollten Sie noch die SIM-Karte sperren lassen und darauf hoffen, dass ein ehrlicher Finder Ihnen Ihr Gerät zurückbringt.