Ratgeber Der große deutsche Fundbüro Innovationscheck

Der große deutsche Fundbüro Innovationscheck

Öffnungszeiten. Rückrufe. Digitale Erreichbarkeit. Mit wenigen Ausnahmen besteht in deutschen Fundbüros noch ein großer Handlungsbedarf. Lösungsansätze gibt es – doch wer setzt sie überhaupt um? Und wer am besten? Wir haben einen genaueren Blick auf die Lost and Found Landschaft Deutschlands geworfen und 30 Fundämter auf deren Sucherfreundlichkeit getestet.

Wer wir sind und warum wir testen

Zentrales Fundbüro ist das größte Onlinefundbüro der Welt und hat es sich zur Aufgabe gemacht, das Wiederfinden von Verlorenem so einfach wie möglich zu machen. Die Idee einer zentralisierten Onlineplattform für Fundsachen kam durch eine eigene Erfahrung im Gründerteam. Zahlreiche Stellen mussten nach einem Verlust wiederholt kontaktiert werden, was sowohl für Suchende als auch für die Behörden mit einem hohen Aufwand einhergeht – optimale Voraussetzungen für nachhaltige Innovation durch neue Technologien.

Was getestet wurde

Um die Sucherfreundlichkeit der Fundbüros zu bewerten, wurden verschiedene Faktoren berücksichtigt. Ein Kriterium waren hierbei die Öffnungszeiten der Behörden. Wie lange und oft ist das Fundamt erreichbar? Können arbeitende Menschen das Angebot problemlos in Anspruch nehmen? Ebenso wurden digitale Faktoren untersucht. Da 2017 das Internet kein Neuland mehr sein sollte – und zumindest für die meisten Bürgerinnen und Bürger auch keines mehr ist – floss selbstverständlich auch die Bereitstellung von digitalen Angeboten in die Bewertung ein. Neben der Möglichkeit zur Onlinesuche oder digitalen Kontaktaufnahme wurde auch das selbstständige Agieren der Fundämter betrachtet. Beispielsweise das Nutzen von Social Media Kanälen, um Eigentümer ausfindig zu machen. Ein aktives Entfernen von bestehenden Onlinemöglichkeiten wurde ebenfalls gewichtet. Insgesamt nahmen wir so 30 städtische Fundbüros unter die Lupe.

Das Ergebnis

Zur Bewertung gab es für alle relevanten Kriterien Punkte. Pro Kriterium konnte ein Maximum von zehn Punkten erreicht werden. Das Gesamtergebnis wird letztlich im klassischen Schulnotensystem dargestellt. Mit einem Resultat von 4,3 fällt der Notendurchschnitt nicht gerade schmeichelhaft aus.

Als Klassenbeste schneiden hierbei die Fundämter von Aschaffenburg, Berlin und Stuttgart mit befriedigenden Ergebnissen ab. Dicht gefolgt werden die Spitzenreiter von einer ganzen Reihe Städte aus Nordrhein-Westfalen, das als Landessieger klar heraussticht, angeführt von Köln. Auch Düsseldorf, Bielefeld, Dortmund und Essen spielen im oberen Tabellendrittel mit. Mit den beiden fränkischen top ten Platzierten Aschaffenburg und Nürnberg kommt Bayern auf den zweiten Landesplatz.

Am anderen Ende der Tabelle landen mit Leipzig, Bautzen und Zwickau drei Städte aus dem Freistaat Sachsen, die allesamt nur ein mangelhaftes Ergebnis erzielen konnten. Auch mit Cottbus, Dresden und Magdeburg finden sich hier mehrere Städte aus den neuen Bundesländern ein.

Was geht besser?

Auffällig sind bei den schlechter bewerteten Fundämtern die durchweg kurzen Öffungszeiten. Tabellenschlusslicht Zwickau hat beispielsweise gerade einmal an zwei Werktagen und insgesamt 13 Stunden in der Woche geöffnet. Ein Umstand, der ggf. dem Budget geschuldet sein kann. Dennoch verbindet die unteren Ränge eine weitere Gemeinsamkeit: Das in der Regel komplette Fehlen von Onlineoptionen, um auch unabhängig der behördlichen Öffnungszeiten Fundsachen einzustellen oder die eigene Suche zu melden. Dabei ist dies sehr einfach einrichtbar. Mehrere Anbieter bieten Lösungen für Behörden und Kommunen, beispielsweise der kostenlose Fundbüro Manager von Zentrales Fundbüro. Die Testsieger unserer Untersuchungen benutzen allesamt verschiedenste Lösungen, um Bürgern die digitale Suche zu ermöglichen. Besonders positiv hervorzuheben sind die Fundbüros Münster und Gießen, die beide als einzige sogar an Samstagen und insgesamt 57 bis 58 Stunden in der Woche geöffnet haben.

Fazit:

Egal mit welchen Fundbüromitarbeitern wir gesprochen haben, sie habe alle etwas gemeinsam: Es ist Teil ihres Berufsethos, Verlorenes mit Eigentümern zu vereinen. Dabei leisten sie oftmals mit wenigen Mitteln Erstaunliches und bringen Eheringe, Teddybären, Handy und andere Wertsachen an die überglücklichen Sucher. Zeitgemäße Softwarestandards können helfen, übergreifend dafür zu sorgen, dass Suchende ihr Eigentum schneller zurückerhalten und Fundbüromitarbeiter effizienter arbeiten können.

 


Die Bewertungsgrundlage des Checks erhalten Sie hier: Innovationscheck 2017